bayerische Lederhose
Bayerische Lederhose als Kniebundhose auf dem Barthelmarkt in Oberstimm

Lederhose

Lederhosen gehören zur bayerischen und österreichischen Tracht. Kurze, kniefreie Lederhosen wurden zur Arbeit und zur Jagd getragen. Kinder und Jugendliche trugen auch meist kurze Lederhosen. Kniebundhosen eher zu formalen Anlässen. Zur traditionellen Trachte gehören neben der Lederhose, Haferlschuhe, zweiteilige Kniestrümpfe, die Loferl, Trachtenhemd und Janker, meist auch ein Trachtenhut.

Ich selbst bin in Bayern groß geworden und hab als Bub immer eine kurze Lederhose getragen. Die robusten und langlebigen Lederhosen haben meiner Mutter sicherlich die eine oder andere Flickstunde erspart. Eine gute Lederhose wird auch heute noch aus Hirschleder hergestellt. Und kann je nach Stickereien schnell 1000 Euro oder mehr kosten. Eine gute Lederhose kann aber auch ein Leben lang getragen werden. Die Herstellung einer traditionellen Lederhose kann, je nach dem wie aufwändig die Stickereien sind, schon mal ein paar Monate dauern. Lederhosen sind immer Maßanfertigungen.

Eine richtige bayerische Lederhose hat ein geknöpftes „Hosntürl“ Und lederne Hosenträger, die vorne mit einem Querriegel verbunden sind. Auf dem Querriegel finden sich oft geschnitzte Verzierungen aus Hirschhorn. Auch eine kleine Tasche auf der rechten Seite für den Nicker, ein traditionelles Jagdmesser mit Hirschhorngriff, gehört zur traditionellen Lederhose der Bayern.

Heute werden Lederhosen kaum noch im Alltag getragen. Aber zu Volksfesten, wie dem Oktoberfest oder dem Barthelmarkt, tragen die Bayern gerne ihre Tracht. Er die Lederhose und sie ein Dirndl. Da kommt auch der Eindruck vieler Touristen her, die Bayern nur vom Oktoberfest kennen, dass die Bayern noch immer in Lederhosen rumlaufen. Auch die Lederhosen unterliegen der Mode und man kann immer mehr Lederhosen sehen, die zwar an der bayerischen Tracht angelehnt sind aber eine eigenständige Stilrichtung verfolgen. Bei den original Trachten-Lederhosen konnte man genau sehen aus welcher Ecke Bayerns der Träger stammte.

Eine gute Lederhose erkennt man neben der Lederqualität an der Stickerei. Maschinell gefertigte Stickereien durchstechen das Leder. Echt Handstickerei sticht das Leder nur an. So bildet die Stickerei ein wulstiges Ornament. Für eine gute Lederhose kommt nur weiches Hirschleder in Frage. Rindslederhosen sind meist Massenware und von minderer Qualität.

Foto: Dagobert Wiedamann

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