Stadtsteinach: Wege und Geschichte
Unterkünfte in Stadtsteinach
Stadtsteinach bietet zwei unterschiedliche Zugänge zur Reiseplanung: Wander- und Radwege einerseits, markante Bauwerke und Ortsgeschichte andererseits.
Wanderwege und Tourenthemen
Stadtsteinach ist staatlich anerkannter Erholungsort. Das Rundwanderwegenetz um die Stadt umfasst rund 100 Kilometer, gilt als gut markiert und gepflegt und wird vom Frankenwaldverein Stadtsteinach betreut und markiert. Ein konkreter Startpunkt für eine Tour ist die Stadtpfarrkirche St. Michael: Dort beginnt der Marterlrundwanderweg.
Auch Radfahrer finden ein eigenes Thema für die Planung. Die Erlebnisachse Steinachtal bietet Wanderern und Radfahrern eine app-gestützte Route vom mittelalterlichen Stadtkern Stadtsteinachs in Richtung Markt Presseck. Mehr als ein Dutzend Erlebnispunkte vermitteln historische Geschichten und stellen längst zerfallene Bauwerke vor. Dafür sind App, Infotafeln und eine klassische Karte vorgesehen.
Im näheren Umfeld führt der Geo-Pfad Steinachtal zum Römersreuther Berg mit Aufschlüssen des „Thüringischen“ Devons und über die Steinachfelsen zurück zum Oberhammer. Damit steht neben dem Wandern auch die Geologie als Thema im Raum. Wer sich für historische Anlagen und Landschaftsformen interessiert, findet bei der Grünbürg einen weiteren regionalen Akzent: Auf der 521 Meter hohen Bergkuppe an der Fränkischen Linie sind unterhalb des Gipfels Ringwälle, Gräben und Tore erkennbar. Dort stand vermutlich im 9. oder 10. Jahrhundert eine Fliehburg.
Im weiteren regionalen Umfeld verläuft der Mühlenweg über mehr als 18 Kilometer an elf nicht mehr funktionsfähigen Mühlen vorbei. Er wurde 1978 als Rundwanderweg eingeweiht. Die Mühlen entstanden vermutlich im 11. und 12. Jahrhundert und dienten als Getreide- und Schneidmühlen, Hammerwerke sowie später als Papiermühlen. Diese historische Einordnung unterscheidet den Weg von den örtlichen Rundwanderangeboten.
Kirchen, Bauwerke und Stadtgeschichte
Die Stadtpfarrkirche St. Michael steht auf der höchsten Stelle des Stadthügels. Ihr 56 Meter hoher Westturm ist weithin sichtbar und gilt als Wahrzeichen Stadtsteinachs. Nach der Brandkatastrophe von 1903 wurde die Kirche in den Jahren 1904 und 1905 vollständig neu errichtet. Lage, Turm und Wiederaufbau erzählen damit unterschiedliche Kapitel der Ortsgeschichte an einem Bauwerk.
Am südlichen Ende des Stadthügels, unmittelbar außerhalb der Stadtmauer, liegt die Marienkapelle. Sie gilt als ältestes Gebäude Stadtsteinachs und vermutlich als eine der ältesten Kirchen in ganz Nordbayern. Am Marktplatz steht außerdem der Christophorusbrunnen mit dem heiligen Christophorus und dem Jesuskind auf seiner rechten Schulter. Diese Stationen setzen andere Schwerpunkte als die Wege: Hier stehen Baugeschichte, religiöse Motive und die Entwicklung des Ortes im Vordergrund.
Das Stadtsteinacher Heimatmuseum zeigt auf 250 Quadratmetern in 13 Räumen unter anderem Handwerksgeräte, Exponate aus Land- und Forstwirtschaft, Maschinen, Zeugnisse der Volksfrömmigkeit sowie Stadt-, Kirchen- und Schulgeschichte. Eine naturhistorische Sammlung gehört ebenfalls dazu. Das Museum ist vorübergehend wegen der Inventarisierung seiner Exponate geschlossen; prüfen Sie den aktuellen Zutritt vor einem Besuch.
Der Heiß-Schnabrich-Gedenkweg erinnert an Alfred Andreas Heiß aus Triebenreuth und an Michael Schnabrich, der in Stadtsteinach geboren wurde. Beide werden als Schicksalsfiguren der Zeit des Nationalsozialismus beschrieben; Heiß wird ausdrücklich als Opfer des Nationalsozialismus bezeichnet. Der Weg ergänzt die Bau- und Ortsgeschichte um die Auseinandersetzung mit dieser Zeit.
Weitere Akzente im Reiseziel Kulmbach
Wer auch Kulmbach in die Reiseplanung einbezieht, findet dort eigenständige Kultur- und Wanderthemen. Der Naturlehrpfad am Kulmbacher Rehberg ist etwa vier Kilometer lang und hat 21 Lernstationen. Der elf Kilometer lange Rehbergweg führt als Rundweg von der Plassenburg zum Rehberg, durch die Kulmbacher Altstadt und zurück zum Ausgangspunkt. Auf der Plassenburg zeigt das Deutsche Zinnfigurenmuseum mehr als 300.000 Einzelfiguren in rund 150 Dioramen. Diese Angebote gehören zu Kulmbach und bilden einen eigenen Schwerpunkt neben den Stadtsteinacher Wegen und Bauwerken.
Weitere Reiseziele entdecken: Schwand, Thurnau, Marktleugast, Himmelkron, Presseck, Kulmbach, Grafengehaig, Neuenmarkt.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Kulmbach.