Feichten a.d.Alz: Wallfahrtskirche und Wanderungen
Unterkünfte in Feichten
Feichten a.d.Alz verbindet eine ausgeprägte Wallfahrtsgeschichte mit Wanderungen in drei Richtungen und einer eigenen Bundwerkstadlkultur. Die Wallfahrtskirche „Zu unserer lieben Frau in Feichten“ und die Muttergottes am Wallfahrtsaltar geben dem Ort einen sakralen und kunsthistorischen Schwerpunkt; die Wanderungen setzen dazu eine aktive Perspektive.
Die Alz im weiteren Umfeld von Feichten an der Alz; Rad- und Landschaftsbezüge entlang des Alzkorridors werden regional beschrieben.
Foto: Eweht via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Wallfahrtskirche und Madonna
Der Bau der ursprünglich gotischen, dreischiffigen Hallenkirche „Zu unserer lieben Frau in Feichten“ begann am 4. April 1502. Zu ihrer Finanzierung wurden viele Ablässe gewährt. Am 27. April 1518 weihte Bischof Berthold von Chiemsee die Wallfahrtskirche mit sechs Altären und dem Friedhof. Baubeginn und Weihe markieren zwei unterschiedliche Schritte in ihrer Geschichte. Auch der Bautyp lässt sich einordnen: „Dreischiffig“ bezeichnet die Gliederung des Kirchenraums in drei Schiffe.
Eine weitere Zeitebene eröffnet die Muttergottes von Feichten. Sie ist eine hoch wertvolle Steingussmadonna im sogenannten „Weichen Stil“ aus der Zeit um 1400 und steht bis heute am Wallfahrtsaltar. Ihr Entstehungszeitraum liegt damit vor dem Baubeginn der Kirche. Am Wallfahrtsaltar treffen so ein Kunstwerk aus der Zeit um 1400 und die spätere Baugeschichte des Gotteshauses aufeinander.
Bundwerkstadlkultur und Wanderungen
Feichten a.d.Alz gilt mit drei Vorzeigeobjekten als „Zentrum der Bundwerkstadlkultur“. Damit tritt neben die sakrale Architektur ein zweites lokales Thema der Baukultur. Wer Feichten kulturell einordnen möchte, kann diese beiden Schwerpunkte auseinanderhalten: die Geschichte der Wallfahrtskirche und die örtliche Bundwerkstadlkultur.
Auch für aktive Tage bietet Feichten eine eigene Perspektive: In drei verschiedene Richtungen kann man hier zu Wanderungen aufbrechen. Das setzt einen anderen Akzent als die historischen Themen der Kirche und der Madonna. Wenn Sie Bewegung und Ortsgeschichte gleichermaßen interessieren, können Sie diese Schwerpunkte bei Ihrer Reiseplanung getrennt gewichten.
Der weitere Rahmen: Altötting
Wer den Blick auf das übergeordnete Reiseziel Altötting richtet, findet auch eine regionale Fluss- und Hügellandschaft. Der Landkreis Altötting liegt an Inn und Salzach. Sein Landschaftsbild prägt eine etwa 10 Kilometer breite Ebene, durch die der Inn fließt und die im Norden und Süden von üppig grüner Hügellandschaft begrenzt wird. Mit dem Landkreis Mühldorf gehört Altötting zur Tourismusregion Inn-Salzach; die Besucherinformationen der Region umfassen unter anderem Rad- und Pilgerwege, Museen und Badeseen.
Für Radreisende führt eine beliebte Variante des Innradwegs ab Neuötting durch Altötting und den ausgedehnten Öttinger Forst zur Herzogstadt Burghausen sowie vorbei am Zusammenfluss von Inn und Salzach nach Marktl. Der Abschnitt in der Region Inn-Salzach ist gut 75 Kilometer lang. Berücksichtigen Sie bei der Planung mögliche aktuelle Umleitungen.
Auch die Sakralbauten bieten einen klaren Vergleich zwischen Feichten und Altötting. In Altötting ist die Basilika St. Anna die größte Kirche der Stadt und fasst mehr als 8.000 Menschen. Das Oktogon der Gnadenkapelle entstand vermutlich um das Jahr 700 und gilt vermutlich als Deutschlands ältester Zentralbau. Feichtens Wallfahrtskirche begann mit ihrem Bau 1502 und wurde 1518 geweiht; die vermutete Datierung des Altöttinger Oktogons reicht deutlich weiter zurück. So lassen sich die kulturellen Schwerpunkte beider Orte unterscheiden, ohne sie zu vermischen.
Weitere Reiseziele entdecken: Reischach, Altötting, Winhöring, Haiming, Marktl, Emmerting, Unterneukirchen, Perach.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Altötting.