Engelthal – Klostergeschichte und Kapellenscheune
Unterkünfte in Engelthal
Engelthal verbindet mittelalterliche Klostergeschichte mit markanten Natur- und Kulturorten. Längere Wanderungen ergänzen das Bild im näheren Umfeld. Für Ihre Planung lohnt sich die Unterscheidung zwischen den Sehenswürdigkeiten des Orts und den Wegen, die durch das übergeordnete Nürnberger Land führen.
Klostergeschichte im Ortsbild
Das ehemalige Dominikanerinnenkloster wurde 1240 von Ulrich II. von Königstein gegründet. Seine erhaltene Grundstruktur zeigt bis heute Tore, Mauerreste und Teile mehrerer Gebäude. Zum früheren Komplex gehörten die Johanneskirche, das Kapitelhaus, der Speisesaal, das Siechenhaus, der Kreuzgang und der Kreuzgarten sowie Wirtschaftsgebäude. So lässt sich die Klostergeschichte an mehr als einem einzelnen Bauwerk ablesen.
Zum heute sichtbaren Bestand zählen eine bis zu vier Meter hohe Ringmauer mit drei Toren und ein Ringgraben, die im 15. Jahrhundert entstanden. Reste der ehemaligen Befestigung sind als Kalksteinmauer rings um das Dorf erhalten, besonders an der Nord- und Südseite; ihr Kern ist spätmittelalterlich. Auch das geistige Leben des Klosters gehört zu seiner Geschichte: Das umfangreiche und vielfältige literarische Leben aus dem 14. Jahrhundert ist überliefert und zeugt von der Mystik der Nonnen.
Die Kapellenscheune und ihre historischen Schichten
Die Sankt-Willibalds-Kapelle, auch „Kapellenscheune“ genannt, ist eine Kirchenruine und die älteste Kirche in Engelthal. Sie ist älter als das Kloster. An ihrer Stelle befand sich wahrscheinlich schon zwischen 1057 und 1060 eine Kirche; die bis heute erhaltenen Fragmente gehen auf einen Neubau im 14. Jahrhundert zurück. Der ungewöhnliche Bau besteht aus dem Chor einer ehemaligen Kapelle und einer Fachwerkscheune unter einem gemeinsamen Dach.
Möglicherweise diente die Kapelle zur Klosterzeit der Bevölkerung, den Bauern und den Bediensteten des Klosters als Kirche, während die Nonnen die Johanneskirche nutzten. Am 7. Juli 2005 wurde die „Kapellenscheune“ wieder als kirchlicher Raum in Benutzung genommen und als Kapelle eingeweiht. Vor ihr wurde ein Platz mit einer Bank und Sitzstufen als Aufenthaltszone angelegt: als Treffpunkt für junge und alte Bewohner des Orts und als Anlaufstelle für Touristen.
Naturorte und Wanderwege
Die Steinerne Rinne bei Engelthal ist eine landschaftliche Sehenswürdigkeit am Frankenalb-Panoramaweg. Der Hutanger ist als Biotop und Naturinformation zur alten Hirtenkultur ausgewiesen. Zusammen geben diese beiden Orte unterschiedliche Anhaltspunkte: Die Steinerne Rinne steht für ein Landschaftsziel, der Hutanger verbindet Naturinformation mit der Geschichte der Hirtenkultur.
Im näheren Umfeld verläuft der gut 60 Kilometer lange Frankenalb-Panoramaweg als Lasso-Rundweg rund um Engelthal, Offenhausen und Happurg. Früher hieß er Ulrich-von-Königstein-Weg. Der Weg zeichnet sich durch einen besonders hohen Anteil naturbelassener Pfade aus und kann in drei Etappen oder als Tagestour auf kulturhistorischen Pfaden durch die zentrale Frankenalb erwandert werden. Diese Formate helfen bei der Planung: Sie können die Mehrtagestour oder die Tagestour als Ausgangspunkt nehmen, statt die Länge des Weges mit einer einzelnen örtlichen Sehenswürdigkeit gleichzusetzen.
Engelthal im Nürnberger Land
Im Nürnberger Land, dem übergeordneten Reiseziel, verlaufen mehr als 3.000 Kilometer bestens markierte Wander- und gut ausgebaute Radwege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Die regionale Auswahl reicht damit über die Wege im näheren Umfeld Engelthals hinaus. Ein konkretes Beispiel an einem anderen Ort im Nürnberger Land ist die Route „Hohenstein (634 m) – SevenSummits“ in Kirchensittenbach: Sie ist 10,1 Kilometer lang und weist 406 Höhenmeter im Aufstieg sowie 397 Höhenmeter im Abstieg auf.
Bei der Wahl eines Übernachtungsorts können Sie deshalb unterscheiden, ob Ihr Schwerpunkt auf Engelthals Kloster- und Ortsgeschichte oder auf einem bestimmten Wanderformat im weiteren Nürnberger Land liegt. Die Route rund um Engelthal, Offenhausen und Happurg und die Tour in Kirchensittenbach sind dabei zwei unterschiedlich verortete Beispiele.
Weitere Orte im Nürnberger Land: Alfeld, Feucht, Neuhaus a.d. Pegnitz, Röthenbach an der Pegnitz, Vorra, Winkelhaid, Nürnberg, Velden.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Nürnberger Land.