Zum Inhalt

Kirchheim i.Schw.: Fuggerschloss und Renaissancegeschichte

Unterkünfte in Kirchheim In Schwaben

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
Anzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.

Kirchheim i.Schw. erzählt seine Geschichte an markanten Bauwerken und einzelnen Details im Ortsbild. Das Fuggerschloss prägt die Silhouette; Kirchen, Kapellen und Häuser erinnern an verschiedene Kapitel der Ortsgeschichte. Wer sich für Renaissancearchitektur interessiert, findet hier besonders im Schloss und im Zedernsaal konkrete Anknüpfungspunkte. Daneben geben der Marktplatz und die Haselbacherstraße Einblicke in Kirchheims Entwicklung.

Außenansicht des Fuggerschlosses in Kirchheim in Schwaben Das Fuggerschloss gehört zu den belegten Kulturankern in Kirchheim in Schwaben. Foto: Tilman2007/Dr. Volkmar Rudolf via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Fuggerschloss und Zedernsaal

Das Fuggerschloss ist das weithin sichtbare Wahrzeichen Kirchheims und wird auch „der bayerische Escorial“ genannt. Seine Geschichte beginnt an einem älteren Bauplatz: Johannes Fugger ließ die mittelalterliche Burg zwischen 1578 und 1587 weitgehend abbrechen und an ihrer Stelle das heutige Schloss errichten. 1601 stiftete der Sohn des Schlosserbauers Marcus Fugger ein Dominikanerkloster. So entstand der „Schwäbische Escorial“ als Einheit von Schloss, Kloster und Kirche.

Im Schloss bildet der Zedernsaal einen besonderen architektonischen Akzent. Er ist der repräsentativste Raum des Fuggerschlosses; zu seinen Merkmalen gehören eine Holzdecke, überlebensgroße Terrakottafiguren, ein Kamin und mächtige Portale. Die Raumfolge verläuft vom Hauptportal durch die sogenannte Toskanische Säulenhalle bis zum Zedernsaal. In den Sommermonaten machen zahlreiche Konzerte im Fuggerschloss die Akustik erlebbar. Damit stehen Baukunst und Musik für zwei unterschiedliche Zugänge zum selben Ort.

Kirchen, Kapellen und Ortsgeschichte

In der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul befindet sich im Chorraum das Hochgrab des Schlosserbauers Hans Fugger. Es gilt als eine der schönsten Renaissanceplastiken Süddeutschlands. Auch die Glocke der Leonhardskapelle verweist auf die lange Baugeschichte: Sie stammt aus der Zeit um 1470 und trägt die Inschrift „hilf ihs yn der er unsser lieben frawen und s. lienhardus“.

Eine eigene Baugeschichte hat die Kapelle zum Lob und zur Ehre der Verkündigung Mariae. Marie Salome, geborene Freiin zu Aulendorf-Königsegg und Gemahlin des Marcus Fugger, ließ sie 1605 an der Stelle einer älteren 14-Nothelfer-Kapelle errichten. Die verschiedenen Bauwerke erzählen also nicht nur von einer Epoche: An ihnen lassen sich unterschiedliche Stiftungen und Formen religiöser Erinnerung betrachten.

Auch das Straßenbild bewahrt Spuren tiefgreifender Veränderungen. Nach dem Großbrand vom 20. Juni 1861, bei dem 62 Häuser zerstört wurden, zeugen die exakt ausgerichteten Giebelhäuser der Haselbacherstraße von der geordneten Wiederbebauung. Mitten auf dem Marktplatz steht ein Brunnen mit einem Denkmal des heiligen Johann Nepomuk. Auf dem Postament mit Schweifgiebel stehen die Jahreszahl 1740 und die Reliefwappen von Graf Cajetan Joseph Fugger und seiner Gemahlin Anna, geborene Stein zu Rechtenstein.

Anzeige

Sammlungen und historische Spuren

Das Heimatmuseum befindet sich im zweiten Obergeschoss und im Dachgeschoss des Rathauses Kirchheim. Seine Sammlungen umfassen Vor- und Frühgeschichte, Kunst, Volkskunde, Ortsgeschichte, Handwerk und Landwirtschaft. Damit reicht der Blick über die Schlossgeschichte hinaus zu Themen aus dem Alltag und der Entwicklung des Ortes.

Weitere historische Details liegen am Fuße des Schlossberges: Dort steht das 1563 errichtete fuggerische Wasserpumpwerk Brunnenhaus. Es wurde 1585 unter Hans Fugger instand gesetzt, im 18. Jahrhundert umgestaltet und versorgte das Schloss und seine Brunnenanlagen mit Wasser. Auf dem Platz einer mittelalterlichen Burganlage ließ Fürst Carl Ernst Fugger von Glött 1909 eine neue Schießanlage mit dem Hubertushaus errichten.

Ein anderer Blick auf die Geschichte entsteht durch das Landsknechtsfähnlein des TSV Kirchheim. Der Verein gründete die Gruppe 1994 zum Jubiläum „450 Jahre Marktwappen“. Landsknechte und Marketenderinnen in bunten, geschlitzten Gewändern stellen darin die frühe Renaissance um 1540 dar. Zusammengenommen bieten Schloss, sakrale Bauwerke, Ortsbild und Museum unterschiedliche Themen für einen Aufenthalt mit Schwerpunkt auf Kirchheims Geschichte und Architektur.

Weitere Reiseziele entdecken: Bad Grönenbach, Memmingerberg, Ottobeuren, Türkheim, Stetten, Sontheim, Niederrieden, Memmingen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Unterallgäu.

Anzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.