Ingolstädter Lied (Schanzerlied)
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Das Ingolstädter Lied, auch Schanzerlied genannt, ist hier in einer mündlich überlieferten Fassung wiedergegeben. Als Autor ist die mündliche Überlieferung angegeben; eine einzelne Verfasserin oder ein einzelner Verfasser wird nicht genannt. Der Text verwendet martialische Übertreibungen und wird als Liedtext dokumentiert, nicht als Aufruf zu tatsächlicher Gewalt.
Das Ingolstädter Lied spielen die bestimmt nicht. Das war zum Faschingsauftakt.
Foto: Dagobert Wiedamann
Kurzfakten zum Ingolstädter Lied
- Weitere Bezeichnung: Schanzerlied.
- Autor beziehungsweise Überlieferung: mündliche Überlieferung.
- Die hier wiedergegebene Fassung enthält einen Mundarttext und eine Übertragung ins Hochdeutsche.
- Der Text arbeitet mit Prahlerei, Drohgebärden und drastischen Bildern.
- Eine einzelne Verfasserperson und eine Entstehungszeit sind in dieser Fassung nicht angegeben.
Die mündlich überlieferte Fassung
Ingolstädter samma, lass ma uns nix gfoin!
Zuahaun kenma, dass d’Fetzen aba foin!
In da fria um sexe laff ma umanand!
Revoiver in da Daschn, as Messer in da Hand!
Dreie un viere fiacht ma ned, fünfe un sexe a ned!
Nailich hamma zehne ghaut, mei ham de deppad gschaud!
Un wenns a moi raffa woits, dann brauchts es blos zum sogn!
Da kennds eire Boandl glei im Schneitzdiachal hoam drogn!
Übertragung ins Hochdeutsche
Ingolstädter sind wir, wir lassen uns nichts gefallen!
Zuschlagen können wir, dass die Fetzen fliegen!
Um sechs Uhr früh laufen wir umher!
Revolver in der Tasche und das Messer in der Hand!
Drei oder vier fürchten wir nicht, fünf oder sechs auch nicht!
Letztens haben wir zehn verprügelt, da haben sie dumm geschaut!
Und wenn ihr euch einmal schlagen wollt, braucht ihr es nur zu sagen!
Dann könnt ihr eure Knochen gleich im Taschentuch nach Hause tragen!
Einordnung des Liedtexts
Die Strophen inszenieren eine Gruppe, die sich als furchtlos und gewaltbereit darstellt. Revolver, Messer und Prügeleien gehören zu dieser drastischen Sprache. Die Bilder sind Teil des Liedtexts; sie belegen weder tatsächliche Gewalttaten noch eine allgemeine Haltung der Ingolstädter Bevölkerung. Eine heutige Wiedergabe sollte den martialischen Ton als solchen kenntlich machen und nicht mit einer Empfehlung für reales Verhalten verwechseln.
Die Bezeichnung „mündliche Überlieferung“ benennt die Autorenschaft dieser Fassung. Sie ersetzt keine namentliche Zuschreibung: Eine einzelne Urheberperson wird hier nicht behauptet. Ebenso wird keine konkrete Entstehungszeit ergänzt, weil sie in der wiedergegebenen Fassung nicht genannt ist.
Häufige Fragen zum Schanzerlied
Wie heißt das Ingolstädter Lied noch?
Es wird auch Schanzerlied genannt. Beide Bezeichnungen beziehen sich auf die hier wiedergegebene Liedfassung.
Wer ist der Autor des Liedes?
Als Autor ist die mündliche Überlieferung angegeben. Eine einzelne Verfasserin oder ein einzelner Verfasser wird in dieser Fassung nicht genannt.
Gibt es eine hochdeutsche Fassung?
Ja. Direkt nach dem Mundarttext steht eine sinngemäße Übertragung ins Hochdeutsche, damit die Strophen auch ohne Kenntnis des regionalen Sprachgebrauchs verständlich sind.
Belegt das Lied historische Gewalttaten in Ingolstadt?
Nein. Die martialischen Zeilen sind Bestandteil des Liedtexts, aber kein Nachweis für konkrete Ereignisse oder für das Verhalten der Bevölkerung. Der Text ist als überlieferte Liedfassung einzuordnen.