Ehingen a.Ries: Kirchen, Kapellen und Ortsgeschichte
Unterkünfte in Ehingen Am Ries
Ehingen a.Ries erzählt seine Ortsgeschichte vor allem über Kirchen und Kapellen. Dabei treffen ein romanisches Kunstwerk, ein bis heute gemeinsam genutztes Gotteshaus und die Geschichte eines versetzten Kapellenbaus aufeinander. Auch Belzheim, das zum Gemeindegebiet gehört, ergänzt diesen Blick um barocke Kirchen und archäologische Funde.
Simultankirche St. Stephanus in Ehingen am Ries
Foto: Tilman2007 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Kirchen und Kapellen in Ehingen
In der Simultan-Pfarrkirche St. Stephanus und Ulrich gilt das romanische Kruzifix als das älteste erhaltene Kunstwerk im Ries. Die Kirche ist zudem ein besonderer Ort konfessioneller Geschichte: Die Teilung infolge der Reformation von 1550 besteht im Simultaneum fort. Katholiken und Protestanten nutzen die Kirche gemeinsam; sie ist derzeit die einzige Simultankirche Bayerns. Kunstwerk und gemeinsame Nutzung geben zwei unterschiedliche Zugänge zur Geschichte des Ortes – über ein erhaltenes Objekt und über eine bis heute bestehende religiöse Praxis.
Die katholische Kapelle St. Aloisius steht in Ehingen außerhalb des Friedhofs. Ihre Geschichte führt zugleich nach Lohe: Dort wurde sie ursprünglich erbaut und nach dem Tod des letzten dortigen Katholiken im Jahr 1877 nach Ehingen versetzt. So verbindet die Kapelle ihren heutigen Standort mit einer Ortsgeschichte, die über Ehingen hinausreicht. Wer die sakralen Gebäude betrachtet, findet hier neben der konfessionellen Kontinuität der Pfarrkirche eine konkrete Veränderung von Ort und Nutzung in der Geschichte der Kapelle.
In Belzheim wurde die katholische Pfarrkirche St. Michael 1608 erbaut und 1682 barockisiert. Auch die Antoniuskapelle gehört zu den dortigen Bauwerken; sie wurde vom ehemaligen Bayerischen Staatsminister Anton Jaumann erbaut. Eine andere Zeitschicht erschließt die Grabhügelgruppe Belzheim: Bei Ausgrabungen kamen Reste hölzerner Grabkammern mit unterschiedlich wertvollen Grabbeigaben zum Vorschein. Unterschiedlich große Erdhügel überwölbten die Kammern. Kirchenbau, Kapellengeschichte und archäologische Funde setzen so verschiedene historische Themen im Gemeindegebiet nebeneinander.
Weiterer Blick ins übergeordnete Reiseziel Donau-Ries
Zum übergeordneten Reiseziel Donau-Ries gehören auch Themen, die den Blick über Ehingen hinaus erweitern. Der Geopark Ries mit dem durch einen Meteoriteneinschlag entstandenen Rieskrater ist eine touristische Attraktion des Landkreises. Im Geopark-Lehrpfad Kühstein erläutern acht Ereignistafeln die Prozesse des Einschlags vor 14,5 Millionen Jahren. Vom Buchberg bietet sich ein Panorama auf das Ries sowie auf dessen inneren und äußeren Kraterrand. Geologie wird hier durch Tafeln und Landschaftsansicht auf unterschiedliche Weise vermittelt.
In Nördlingen verbindet die vollständig erhaltene und komplett begehbare mittelalterliche Stadtmauer Stadtgeschichte mit einem anschaulichen Blick auf die Befestigung. Das Stadtmuseum widmet sich dem Leben und Glauben der Menschen in Nördlingen, den Veränderungen der Reformationszeit, dem Dreißigjährigen Krieg und der Schlacht bei Nördlingen von 1634. Seine über 150 Jahre alte Sammlung erstreckt sich über vier Stockwerke. Ein Modell aus rund 6.000 Zinnfiguren veranschaulicht die Schlacht von 1634. Damit stehen im Museum breite historische Themen neben einer konkreten Darstellung des Kriegsgeschehens.
Das RiesKraterMuseum behandelt den Asteroideneinschlag, der das Nördlinger Ries schuf, sowie dessen kosmische Hintergründe und Auswirkungen bis heute. Meteoriten, Fossilien und ein Stück echtes Mondgestein gehören ebenso zu den gezeigten Objekten wie Informationstafeln und Multimediaangebote. Untergebracht ist die Ausstellung in einem aufwendig sanierten mittelalterlichen Scheunengebäude aus dem Jahr 1503. Die Verbindung von Exponaten, Vermittlungsformaten und historischem Gebäude unterscheidet diesen Zugang zur Riesgeschichte von den Ereignistafeln im Freien.
Auch die Wallfahrtsbasilika Maria Brünnlein erweitert das kulturelle Bild des Donau-Ries. Die Rokokokirche entstand zwischen 1748 und 1782 nach Plänen von Franz Joseph Roth, als der Pilgerstrom anwuchs. Ihr Gnadenaltar ist ein Brunnenaltar mit einer wundertätigen Muttergottes von Johann Joseph Mayr aus dem Jahr 1755; der Altartisch mit Brunnenschale stammt von Ernst Steinacker und wurde 1953 geschaffen. Bei einem Rundgang über Schloss Harburg wiederum werden fast 900 Jahre Geschichte anhand der barocken Schlosskirche, von Schießscharten, Gefängniszellen, Toren und Türmen vermittelt. Die Beispiele setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Wallfahrt und Rokoko hier, Baugeschichte und Befestigung dort.
Weitere Reiseziele entdecken: Tapfheim, Rain, Kaisheim, Wallerstein, Oettingen In Bayern, Asbach-Bäumenheim, Nördlingen, Donauwörth.
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