Geretsried: Stadtgeschichte und Babenstubener Moore
Unterkünfte in Geretsried
Geretsried verbindet Kulturgeschichte mit Wegen, die unterschiedliche Kapitel der Stadt aufgreifen. In Gelting und im nördlichen Teil Geretsrieds stehen zwei historische Routen zur Wahl; Museen und die Führung zu den Bunkerruinen vertiefen den Blick auf die Ortsgeschichte. Im Süden des Gemeindegebiets liegen außerdem Teilbereiche der Babenstubener Moore.
Die Isar bei Geretsried im Naturschutzgebiet Isarauen.
Foto: Gras-Ober via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Stadtgeschichte auf zwei Wegen
Der Weg der Geschichte Gelting beginnt am Dorfplatz in der Wolfratshauser Straße 2 im Ortsteil Gelting. Auf 14 Kilometern führt er zu 19 Stationen. Im nördlichen Geretsried verläuft ein anderer Weg der Geschichte als 10 Kilometer langer Rundweg mit 27 Stationen. Dort geht es um Rüstungsindustrie und Wiederaufbau nach 1945; Bilder, Pläne und Texte informieren an den Stationen über den jeweiligen Standort.
Die beiden Routen unterscheiden sich sowohl durch ihre Länge als auch durch ihre Stationenzahl und Themen. In Gelting ist der Weg mit 14 Kilometern länger, während der nördliche Rundweg mehr Stationen umfasst. Wer einen dieser Wege in die Reiseplanung aufnehmen möchte, kann daher zuerst nach dem passenden historischen Schwerpunkt wählen.
Museum, Galerie und Bunkergeschichte
Das Museum der Stadt Geretsried behandelt die Schrecken des nationalsozialistischen Regimes und die Rüstungsbetriebe DAG (Dynamit Aktiengesellschaft) und DSC (Deutsche Sprengchemie). Ebenfalls zu seinen Themen gehören Flucht und Vertreibung sowie die alte Heimat der Vertriebenen. Es zeigt außerdem die Entwicklung von der Schwaige Geretsried bis zur Gemeindegründung 1950. So stehen sowohl die Geschichte des Ortes als auch die Erfahrungen von Flucht und Vertreibung im Blick.
Die Führung „Bunker im Wald“ erläutert anhand der Ruinen die Geschichte und Betriebsabläufe des Werks der Deutschen Sprengchemie. Im Süden Geretsrieds sind gesprengte Bunkergebäude und unterirdische Gänge zu entdecken. Die Gänge sind aus Sicherheitsgründen nicht begehbar; bei der Führung werden sie erklärt. Wenn dieses Thema für Ihre Planung wichtig ist, prüfen Sie die aktuelle Verfügbarkeit vorab beim Anbieter.
Für Kunst und Kulturveranstaltungen bietet die Stadtgalerie an der Elbestraße in Geretsried auf rund 160 Quadratmetern Raum für Ausstellungen und Vernissagen. Das Ausstellungsprogramm wechselt. Wer den Besuch auf eine bestimmte Ausstellung abstimmen möchte, sollte deshalb das aktuelle Programm prüfen.
Geltinger Baugeschichte und Handwerk
In Gelting erzählt auch die Barockkirche St. Benedikt von einer langen Baugeschichte: Sie wurde von 1631 bis 1649 errichtet; ein Vorgängerbau in Gelting ist bereits für 1315 belegt. In Geretsried ist die Nikolauskapelle ein anderes architektonisches Beispiel. Ihr achteckiger Bau mit Tuffsteinkuppel stammt aus dem 18. Jahrhundert.
Ein wiederkehrender Termin für Handwerk und Denkmalgeschichte ist der Tag des offenen Denkmals an der historischen Huf- und Wagenschmiede in Gelting. Sie öffnet jedes Jahr am zweiten Sonntag im September. Dabei demonstriert ein Schmiedemeister den Umgang mit Feuer und Eisen. Der feste jährliche Termin macht diesen Besuch zu einem anderen Erlebnis als die ganzjährig beschriebenen historischen Themenwege.
Moorlandschaft, Pilgerroute und Bewegung
Im Süden des Geretsrieder Gemeindegebiets liegen zwei Teilbereiche des Natura-2000-Gebiets Babenstubener Moore. Der Moorgebietskomplex erstreckt sich über Gemeindeflächen von Geretsried, Eurasburg und Königsdorf. Er ist für die voralpine Moränenlandschaft charakteristisch und besonders wertvoll. Damit bietet Geretsried neben den geschichtlichen Themen auch einen klar benannten Naturraum; die Moore sollten dabei nicht mit den örtlichen historischen Routen gleichgesetzt werden.
Seit März 2025 verläuft der Jakobus-Radpilgerweg durch Geretsried. Der Karl-Lederer-Platz und die Petruskirche sind Stationen der Pilgerroute Passau–Lindau. Für eine sportliche oder kulturelle Reiseplanung lässt sich so auch eine Radpilgerroute in den Blick nehmen, ohne sie mit den beiden Wegen der Geschichte zu verwechseln.
Der Bewegungsparcours liegt im Geretsrieder Stadtwald und ist kostenlos sowie jederzeit öffentlich zugänglich. Für die Auswahl des Aufenthalts können Sie damit zwischen historischen Stationen, Kunst- und Museumsthemen, der Radpilgerroute und Bewegung im Stadtwald abwägen.
Weitere Reiseziele entdecken: Münsing, Jachenau, Schlehdorf, Icking, Dietramszell, Sankt Heinrich, Wolfratshausen, Königsdorf.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bad Tölz-Wolfratshausen.