Böhmfeld entdecken: Geschichte, Kultur und Kräuterweg
Unterkünfte in Böhmfeld
Böhmfeld verbindet eine weit zurückreichende Ortsgeschichte mit Themen, die sich draußen und in der Pfarrkirche St. Bonifatius erschließen. Der Kräuterweg verläuft durch die nördliche Flur; der Jakobsweg führt von Böhmfeld ins Katzental. So stehen Kulturgeschichte und Wege durch die Umgebung als unterschiedliche Schwerpunkte nebeneinander.
Katholische Pfarrkirche in Böhmfeld im Landkreis Eichstätt.
Foto: Rensi via Wikimedia Commons, Public domain
Geschichte in mehreren Zeitschichten
Erstmals erwähnt wird Böhmfeld in der Gründungsurkunde des Klosters St. Walburg in Eichstätt vom 24. Juli 1035. In der Urkunde werden den Klosterfrauen ihre bereits „innegehabten Besitzungen“ in „pemminveld“ zugesprochen. Das Schriftstück verbindet den überlieferten Ortsnamen mit einer konkreten historischen Nennung. Eine erste Kirche in Böhmfeld wurde zwischen 1057 und 1059 erbaut und dem heiligen Bonifatius geweiht.
Die Pfarrkirche St. Bonifatius bietet einen weiteren Blick auf die Geschichte des Ortes. Sie wurde im 16. Jahrhundert errichtet und 1793 von Domenico de Salle auf ihre heutige Größe erweitert. De Salle war der letzte der berühmten Graubündner Baumeister im Hochstift Eichstätt. Die Baugeschichte lässt sich dabei von den Kunstwerken im Inneren unterscheiden: Auf frühbarocken Seitenaltären aus der Zeit um 1650 stehen spätgotische Figuren des Evangelisten Johannes, entstanden um 1475, und der heiligen Maria, um 1520.
Auch ein Gemälde in der katholischen Pfarrkirche St. Bonifatius hält einen Blick auf Böhmfeld fest. Das mit 1760 bezeichnete Bild zeigt den Ort sowie die Schutzheiligen Bonifatius, Willibald und Walburga. Zusammen erzählen Baugeschichte, Figuren und Gemälde von unterschiedlichen Jahrhunderten, ohne dass sie zu einer einzigen Entstehungszeit gehören.
Kräuterweg und Jakobsweg
Wer sich für Pflanzen und ihre Deutung interessiert, findet auf dem Kräuterweg ein eigenes Thema: Dort werden auch magische Bezüge von Kräutern behandelt. Der Weg verläuft durch die nördliche Flur von Böhmfeld. Zusätzlich werden in Böhmfeld geführte Kräuterwanderungen angeboten. Für die konkrete Planung empfiehlt es sich, die aktuellen Termine vor der Reise zu prüfen.
Ein anderer Wegbezug führt ins Katzental: Der Jakobsweg führt von Böhmfeld aus dorthin. Eine Hinweistafel zum Jakobsweg steht in Böhmfeld an der katholischen Kirche. Wer sich mit der Wegführung beschäftigt, kann so die Route und ihre Orientierung als eigenen Aspekt neben dem Kräuterthema betrachten.
Kulturprogramm und archäologische Geschichte
Der Kotterhof ist seit über 20 Jahren ein regional bekanntes Kulturzentrum. Dort haben Ausstellungen, Lesungen, Theater, Kabarett und Konzerte stattgefunden. Das Kulturprogramm ruht derzeit; prüfen Sie vor einem geplanten Besuch bei der Gemeinde, ob es Neuigkeiten gibt.
Zwischen Böhmfeld und Schambach liegt der Hohle Stein, ein bedeutender altsteinzeitlicher Höhlenfundplatz in Bayern. Seine Erforschung über mehr als 100 Jahre förderte zahlreiche Gegenstände und Gerätschaften sowie Gebeine und Spuren von Mammuts, Höhlenbären und wollhaarigen Nashörnern zutage. Damit kommt neben Orts- und Kirchengeschichte auch die weit ältere Vergangenheit der Gegend in den Blick.
Weitere Kulturthemen im übergeordneten Reiseziel Eichstätt
Im übergeordneten Reiseziel Eichstätt setzt das Jura-Museum einen eigenen naturkundlichen Schwerpunkt: Im Zentrum seiner Ausstellung stehen Fossilien der Solnhofener Plattenkalke. Zu sehen ist dort auch das Original des Eichstätter Exemplars von Archaeopteryx. Diese Themen gehören zu Eichstätt und sind von den örtlichen Stationen in Böhmfeld zu unterscheiden.
Ein weiteres historisches Ziel in Eichstätt ist die Willibaldsburg. Bischof Berthold Burggraf von Zollern errichtete sie 1355; bis 1725 diente sie als Bischofssitz. Von der 420 Meter langen Burg sind unter anderem Mauern und Bastionen, das Zeughaus, die 63 Meter lange Torhalle und der Gemmingenbau mit seinen beiden Türmen erhalten. Im 1.500 Quadratmeter großen Bastionsgarten wurde der im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Hortus Eystettensis nach 400 Jahren zu neuem Leben erweckt. Besucher können dort viele der ursprünglichen Pflanzenarten der Gartenanlage kennenlernen.
Auch Eichstätts kulinarisches Angebot bildet einen eigenständigen regionalen Akzent: Die Eichstätter Genuss-Wirte bieten mehrmals im Jahr unter dem Motto „Eichstätt kocht...“ spezielle Gerichte an, darunter beispielsweise würzige Altmühltaler-Lammgerichte. Für die Wahl eines Aufenthaltsortes können Sie damit unterschiedliche Interessen gewichten: Böhmfeld bietet die beschriebenen Orts-, Kirchen- und Wegthemen, während Eichstätt eigene Museums-, Burg- und Gartenthemen bereithält.
Weitere Reiseziele entdecken: Dollnstein, Pförring, Mörnsheim, Pollenfeld, Beilngries, Titting, Altmannstein, Kinding.
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