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Literaturhaus München: Literatur und Architektur

Das Literaturhaus München ist ein öffentlicher Treffpunkt für Literatur, Gespräche und Ausstellungen am Salvatorplatz in der Altstadt. Eröffnet wurde das Haus im Juni 1997 in einem historischen Schulgebäude, das für seine neue kulturelle Nutzung umgebaut worden war. Heute verbindet es Lesungen und Debatten mit einer markanten Architektur und einem Café im Herzen der Stadt.

Literaturhaus München Vom Ferienhaus in München erreicht man sehr gut das Literaturhaus Foto: Eugene Volski

Kurzfakten

  • Adresse: Salvatorplatz 1, 80333 München.
  • Eröffnung: Juni 1997; die Initiative und der Stadtratsbeschluss gehen auf 1993 zurück.
  • Gebäude: Das frühere Schulhaus integrierte ursprünglich eine Markthalle im Erdgeschoss.
  • Architektur: Kiessler + Partner verbanden historische Bausubstanz mit einer modernen Stahl-Glas-Konstruktion im obersten Geschoss.
  • Programm: Lesungen, Gespräche, Ausstellungen, Führungen und Schreibangebote.
  • Gastronomie: Die Brasserie OskarMaria ergänzt den Besuch am Salvatorplatz.

Vom Marktplatz und Schulhaus zum Literaturhaus

Der Salvatorplatz hat eine längere Geschichte als die heutige Kultureinrichtung. Die Salvatorkirche entstand 1480 als Friedhofskirche; der umgebende Friedhof wurde später zum Marktplatz. Als der Münchner Magistrat 1885 ein Schulhaus am Platz plante, wurde die Markthalle in das Erdgeschoss integriert. In den oberen Etagen fand Unterricht statt. Der Markt wurde 1906 aufgegeben, und 1925 wurde die Schule zur ersten Mädchenrealschule Bayerns umgewandelt.

Im Zweiten Weltkrieg beschädigte ein Bombentreffer 1944 das oberste Stockwerk. Nach verschiedenen städtischen Nutzungen beschloss der Münchner Stadtrat 1993, das sanierungsbedürftige Haus in ein Literaturhaus umzuwandeln. Die Stiftung Buch-, Medien- und Literaturhaus München ließ das Gebäude und den Platz ab Mai 1995 sanieren und umbauen. Im Juni 1997 öffnete das Literaturhaus seine Türen. Der Ort steht damit nicht außerhalb der Stadtgeschichte, sondern setzt die wechselnde öffentliche Nutzung des Salvatorplatzes fort. Weitere historische Orte und Bauwerke in Bayern zeigen, wie Gebäude durch neue Funktionen weiterleben können.

Historische Substanz und moderne Architektur

Das frühere Schulhaus ist ein massiver Bau im Renaissance-Stil. Beim Umbau ging es darum, die vorhandene Substanz zu bewahren und zugleich Räume für Veranstaltungen, Ausstellungen und Begegnungen zu schaffen. Das Münchner Büro Kiessler + Partner ergänzte das Gebäude im obersten Geschoss um eine lichte Stahl-Glas-Konstruktion. Dort öffnet sich der Blick über die Dächer der Altstadt bis zur Kuppel der Theatinerkirche. Der Umbau wurde 1997 mit dem Preis des Bundes Deutscher Architekten ausgezeichnet.

Diese Verbindung von Alt und Neu prägt den Besuch: In den Fluren ist der frühere Schulcharakter noch erkennbar, während Galerie und Veranstaltungsräume eine zeitgenössische Nutzung ermöglichen. Die Lage zwischen Fußgängerzone und Münchens Kirchen macht das Haus zugleich zu einem guten Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch die Altstadt. Der Überblick zu Kunst und Kultur in Bayern ordnet das Literaturhaus in die größere Kulturlandschaft ein.

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Lesungen, Gespräche und Ausstellungen

Das Programm reicht über klassische Autorengespräche hinaus. Es umfasst Lesungen, öffentliche Diskussionen, Abende zu Geschichte und Sachbüchern, multimediale Veranstaltungen sowie Ausstellungen, in denen Literatur räumlich und visuell erfahrbar wird. Ausgewählte Termine werden gestreamt. Schreibwerkstätten und Seminare richten sich auch an Menschen, die selbst Texte entwickeln möchten. Welche Formate angeboten werden, wechselt mit dem Programm; die aktuelle Veranstaltungsübersicht ist deshalb die zuverlässigste Quelle für Termine, Tickets und gegebenenfalls Hinweise zur Teilnahme.

Literatur entsteht hier nicht nur auf der Bühne. Schreibkurse und Werkstätten unterstützen den Weg vom ersten Entwurf bis zur Überarbeitung; Ausstellungen eröffnen einen weiteren Zugang zu Autorinnen, Autoren und Büchern. Wer sich auch für die bildenden und gestaltenden Seiten der Kultur interessiert, findet ergänzende Einstiege bei Künstlern aus Bayern. Das Literaturhaus ist damit zugleich Veranstaltungsort, Ausstellungsraum und Arbeitsumfeld für unterschiedliche Formen des Schreibens. Im städtischen Kalender stehen Lesungen neben den vielen Traditionen und Festen in Bayern, ohne dass die Programmpunkte des Hauses an einen einzelnen Festtermin gebunden wären.

Brasserie OskarMaria und der Salvatorplatz

Die Brasserie OskarMaria bietet eine gastronomische Ergänzung zum Veranstaltungsbesuch. Ihr Name erinnert an den Schriftsteller Oskar Maria Graf; die Gestaltung greift Texte und Wörter aus seinem Werk auf. Eine Arbeit der Künstlerin Jenny Holzer integriert Graf-Zitate in die Einrichtung, darunter eine elektronische Laufsäule sowie gestaltete Möbel und Gebrauchsgegenstände. Die Brasserie verbindet so Kaffeehausatmosphäre mit dem literarischen Thema des Hauses. Öffnungszeiten, Speisenangebot und Reservierung können sich ändern; prüfe vorab die aktuelle Information zur Brasserie.

Der Salvatorplatz liegt mitten in München. Für die Anreise und weitere Ziele in der Stadt hilft der Überblick München. Wer seine Kulturroute verlängern möchte, kann das Literaturhaus mit anderen architektonischen Stationen verbinden: Die Übersicht zu Burgen und Schlössern bietet Anregungen für Bayern, und Schloss Nymphenburg ergänzt einen längeren München-Aufenthalt um eine ganz andere historische Anlage.

Häufige Fragen zum Literaturhaus München

Wann wurde das Literaturhaus München eröffnet?

Das Haus eröffnete im Juni 1997. Der Münchner Stadtrat hatte die neue Nutzung 1993 beschlossen; Sanierung und Umbau begannen im Mai 1995.

Was war das Gebäude vorher?

Es war ein Schulhaus mit einer Markthalle im Erdgeschoss. Später diente es als Volksschule und ab 1925 als erste Mädchenrealschule Bayerns.

Welche Veranstaltungen finden dort statt?

Zum Programm gehören Lesungen, Gespräche, Diskussionen, Ausstellungen, Führungen und Schreibangebote. Termine und Teilnahmebedingungen wechseln; prüfe deshalb die aktuelle Veranstaltungsübersicht.

Was ist die Stahl-Glas-Konstruktion?

Sie bildet den modernen Abschluss im obersten Geschoss des historischen Hauses. Der Entwurf verbindet neue Architektur mit der erhaltenen Bausubstanz und eröffnet einen Blick über die Dächer Münchens.

Gibt es im Literaturhaus ein Café?

Ja. Die Brasserie OskarMaria befindet sich im Haus. Öffnungszeiten und aktuelles Angebot sollten direkt beim Betreiber geprüft werden.